Die Spuren dieser nächtlichen Arbeit zeigen sich in Form von so genannten Abrasionen,
verspannter Muskulatur und später in Nackenschmerzen und Kiefergelenksbeschwerden.
Ein rein schulmedizinisch orientierter Zahnarzt behandelt diese Symptome mittels einer
Knirschschiene. Spätestens wenn diese auch noch durchgebissen ist, sind wir mit unserem
Perfektionsanspruch am Ende, denn dieser bemüht sich lediglich um den Körper. Der Geist
und die Seele bleiben unbeachtet und verkümmern.

Perfektion funktioniert nicht wirklich, denn nichts und niemand ist perfekt. Unter
Berücksichtigung der Einheit von Geist, Seele und Körper können wir allerdings sagen,
dass wir alle und die gesamte Schöpfung vollkommen sind. In diesem System erkennen wir
voll Demut an, dass unser Körper auf vollkommene Art und Weise zum Ausdruck bringt, was
sich im Geist und in der Seele abspielt: „Warum glaube ich, mich immer durchbeißen zu
müssen?“ „Woran beiße ich mir die Zähne aus?“

Um aus dem Circulus vitiosus auszusteigen, braucht es also einen neuen, ganzheitlichen
Ansatz, und zwar auch im Geist und in der Seele. Während meiner eigenen über 20-jährigen
Arbeit im geistig-seelischen Bereich ist es mir gelungen, eine neue Methode zu entwickeln,
welche auch geisteswissenschaftliche Bedingungen im Sinne von Rudolf Steiner, dem
Begründer der Anthroposophie, erfüllt. Die „mentale Befreiungs- und Integrationstherapie“
(MBIT) beinhaltet, wie von der modernen Wissenschaft gefordert, exakte Definitionen,
Gesetzmäßigkeiten und Reproduzierbarkeit von Ergebnissen.
Wir Menschen erschaffen uns unsere Welt durch Taten, Worte und Gedanken. Die Kraft
unserer Gedanken wirkt im Vergleich zu den Taten und Worten langsam und geringfügig,
allerdings senden wir fast pausenlos unbewusste Gedanken aus, welche sich summieren.
Einen immens großen Anteil davon machen nicht unsere eigenen Gedanken aus, sondern die
unserer Eltern. Aus Liebe und verschiedenen anderen Motiven übernehmen wir automatisch
die Sprache, Stimmlage, Mimik, Gestik, Gewohnheiten und Charaktereigenschaften unserer
Eltern. Selbst wenn wir nicht mit unseren Eltern aufwachsen, werden wir von ihnen „geprägt“.
In der westlichen Kultur versuchen heute viele Menschen, sich von den „negativen Prägungen“
ihrer Eltern zu befreien, da sie nicht mehr zeitgemäß sind und bereits den Generationen
vor uns viel Leid, sowohl in der Familie als auch global, beschert haben. Wären wir
darauf angewiesen, jede dieser Prägungen einzeln zu bearbeiten, mit welcher Methode auch
immer, könnten wir diese Aufgabe niemals beenden. Dank der MBIT gelingt es mühelos, im
Rahmen eines Rituals, welches exakten Gesetzmäßigkeiten folgt, die vier „übergeordneten
Prägungen“ abzulösen, wodurch sich all die anderen untergeordneten Prägungen mit auflösen.
Seit Adam und Eva werden folgende vier Prägungen von beiden Eltern an ihre Kinder
weitergegeben: die Unfähigkeit, sich selbst und anderen zu verzeihen, sowie die Unfähigkeit,
für sich selbst und andere Menschen Verständnis aufzubringen. Und darauf basieren
letztendlich sämtliche zwischenmenschlichen Konflikte, gleich ob in der Politik, im Beruf
oder in der Familie.
Verzeihen bedeutet, den eigenen Schmerz loszulassen, ganz gleich ob ich mir selber etwas
verzeihe oder jemand anderem.
Nur mit dieser Definition lässt sich verstehen, warum Verzeihen ein Geschenk an sich
selber ist, wie eines von vielen Beispielen aus meiner Praxis zeigt: Ein Klient litt
seit zwei Jahren unter neuralgischen Gesichtsschmerzen auf der rechten, der männlichen
Seite. Er hatte unter anderem seinem Bruder den sexuellen Missbrauch nicht verziehen und
sich selbst nicht, dass er nach seiner Scheidung seine Vaterrolle nur noch marginal
wahrnehmen konnte. Da der seelische Schmerz auf Grund der Prägung nicht losgelassen
werden konnte, kehrte dieser in Form eines körperlichen Schmerzes, welcher schulmedizinisch
nicht zu begründen war, zurück.
Sich selbst oder jemand anderen zu verstehen bedeutet, Verständnis aufzubringen für die
menschlichen Ursachen der jeweiligen Handlungsweise.
Immer wieder kommen Klienten in meine Praxis, die bis zu 20 Jahre nicht beim Zahnarzt
gewesen waren. Sie schämen sich unendlich, da sie nicht verstehen, warum sie wider alle
Vernunft nicht in der Lage sind, sich um ihre Gesundheit und ihr Äußeres zu kümmern.
Auch in der Kollegenschaft fehlt häufig das Verständnis dafür, dass diese Menschen durch
ärztliche oder zahnärztliche Behandlungen traumatisiert wurden, und somit eine Phobie,
eine Vermeidungsangst, entstand. Eine Traumatisierung bewirkt stets, dass sich die Gedanken
bezüglich dieses einen Themas unaufhörlich im Kreis drehen und wir unfähig sind, einen
Ausweg zu finden, was wiederum Zähneknirschen, Schlafstörungen, Burn-Out und viele andere
Krankheiten zur Folge haben kann.
Mittels der MBIT in Kombination mit Traumaheilung lassen sich Phobien aller Art schnell
und nachhaltig auflösen. Im Laufe meiner eigenen jahrelangen Beobachtungen und Erfahrungen
als Heilerin habe ich festgestellt, dass die Phobie, sich selbst zu lieben, diejenige ist,
von der die meisten Menschen, vor allem Frauen, betroffen sind. Und Mangel an Eigenliebe
führt wiederum zum Perfektionismus, womit sich der Kreis hier schließt.
Sophya Susanne Berthold ist Zahnärztin, Heilpraktikerin und Geistheilerin. Nähere Informationen unter: www.Zahnarztpraxisberthold.de, www.Sophya-Susanne-Berthold.com
