Doch die Anzahl unserer Phobien ist wesentlich größer, als wir meinen.
Bei den oben genannten Phobien wird man früher oder später sozial auffällig.
Aber es gibt eine große Anzahl von Phobien, bei denen man unauffällig bleibt.
Dies sind dann Phobien, die in der Gesellschaft in Wahrheit so weit verbreitet sind,
dass man sich keine Gedanken darüber macht.
In der heutigen Singlegesellschaft möchte ich behaupten, ist die „Ehephobie“ weit verbreitet.
Klar, dass es dann mit einer Partnerschaft nie klappt.
Als ich vor Jahren den Tauchschein machte, stellte ich zu meiner Verwunderung fest,
dass ich eine Wasserphobie hatte. Da ich schwimmen konnte, auch im Meer, bin ich nicht
darauf gekommen. Die Phobie trat erst auf, als es darum ging, unter Wasser zu sein.
Manch Dauerarbeitsloser hat einfach eine Phobie zu arbeiten.
Nach meiner Erfahrung mit Phobiebehandlungen möchte ich mittlerweile behaupten,
dass die Phobie sich selbst zu lieben die Weltweit am meisten verbreitete Phobie ist.
In „Gespräche mit Gott“ wird Liebe definiert. „Liebe ist frei, unbegrenzt und ewig“.
Das heißt, sie überwindet Raum und Zeit und frei sein heißt, man darf so sein, wie man will.
Wem fällt es schon auf, ob man so ist, wie man wirklich sein will,
oder ob der andere so ist, wie er sein will? Oder was alles anerzogen und unfreiwillig ist.
Die Liste der Phobien lässt sich beliebig fortsetzen.
Was bei allen Phobien gleich ist, das ist der Mechanismus, wie sie entstehen,
nämlich immer dann, wenn man in einer Situation war, in der man keine Wahl hatte.
Das Prozedere eine Phobie aufzulösen ist dann auch immer gleich.
Für eine Einzelphobie brauche ich ½ bis 1 Std. Bei mehreren oder überlagerten
Phobien braucht man entsprechend länger. Nach dem Ablösen einer Phobie werden meistens
sehr viel Energien freigesetzt, sodass man plötzlich mehrere Dinge
bearbeiten kann, die man schon sehr lange vor sich her geschoben hat.
